Die Priestergemeinschaft "Pater Tomás Morales"

Es ist nötig, dass diese im Weihesakrament begründete und in der Konzelebration ausgedrückte Gemeinschaft der Priester untereinander und mit ihrem Bischof sich in den verschiedenen konkreten Formen einer effektiven und affektiven priesterlichen Brüderlichkeit verwirklicht. (Papst Benedikt XVI., Schreiben zum „Jahr des Priesters“, 16. Juni 2009) 

Die Situation

Ein Mann Gottes zu sein, und zwar im Sinn der Freundschaft mit Jesus Christus und seinen Heiligen, muss die erste Zielsetzung des Priesters sein. (Papst Benedikt XVI., Ansprache, 24. Juli 2007)

Viele Priester unserer Zeit tragen die Sehnsucht in sich, Gott und den Menschen mit ganzer Hingabe durch ein priesterliches Leben der Heiligkeit zu dienen. Was oft fehlt, sind mitbrüderliche Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung sowie theologische und spirituelle Hilfen, die mit Blick auf die heutigen Gefährdungen der priesterlichen Berufung zu ihrer Verlebendigung und Vertiefung beitragen können. Papst Johannes Paul II. lädt in seinem Apostolischen Schreiben „Pastores dabo vobis“ zu einer ständigen Neubesinnung auf das Wesen des Priestertums ein: „Die priesterliche Berufung ist im wesentlichen eine Berufung zur Heiligkeit in der Form, die aus dem Sakrament der Priesterweihe entspringt. Die Heiligkeit ist Vertrautheit mit Gott, sie ist Nachahmung des armen, keuschen und demütigen Christus; sie ist vorbehaltlose Liebe zu den Seelen und Hingabe an ihr wahres Wohl; sie ist Liebe zur Kirche, die heilig ist und uns heiligen will, weil das die Sendung ist, die Christus ihr anvertraut hat. Jeder von euch muß heilig sein, um auch den Brüdern zu helfen, ihrer Berufung zur Heiligkeit zu folgen“ (Nr. 33). 

Was ist die Priestergemeinschaft?

Kein Priester ist Priester allein, wir sind Presbyterium, und nur in diesem Miteinander mit dem Bischof kann jeder seinen Dienst tun. Dieses sozusagen theologisch von allen anerkannte schöne Miteinander muss dann aber auch praktisch werden in den Formen, die die Ortskirche findet. (Papst Benedikt XVI., Ansprache, 6. August 2008)

Auf diesem Hintergrund ist im geistlichen Umfeld der Münchener Niederlassung des Säkularinstituts „Cruzadas de Santa María“ am 1. Oktober 2004 die internationale Priestergemeinschaft „Pater Tomás Morales“ entstanden. Sie trägt den Namen jenes spanischen Jesuiten Tomás Morales (1908-1994), der zusammen mit der heutigen Generalleiterin, Lydia Jiménez, das Säkularinstitut gegründet hat, und durch seine priesterliche Lebenshingabe im Dienst am Apostolat aller Getauften zu einem echten Vorbild und Förderer nicht nur der Berufung der Laien, sondern auch der Priester geworden ist. 

Wer sind wir?

Priester in der Kirche zu werden heißt, in die Selbsthingabe Christi durch das Sakrament der Weihe einzutreten und dies mit seinem ganzen Sein zu tun. Jesus hat sein Leben für alle hingegeben, in besonderer Weise jedoch hat er sich für jene geheiligt, die der Vater ihm gegeben hatte, damit sie in der Wahrheit geheiligt seien, das heißt in ihm, und in seinem Namen sprechen und handeln, ihn vertreten, seine heilbringenden Gesten fortsetzen können: das Brot des Lebens brechen und die Sünden nachlassen. (Papst Benedikt XVI., Predigt, 3. Mai 2009)

Im Zusammenhang mit der Spiritualität, die durch die Übung der evangelischen Räte gefördert wird, möchte ich die Priester in diesem ihnen gewidmeten Jahr gern ganz besonders dazu aufrufen, den neuen Frühling zu nutzen, den der Geist in unseren Tagen in der Kirche hervorbringt, nicht zuletzt durch die kirchlichen Bewegungen und die neuen Gemeinschaften. „Der Geist ist vielfältig in seinen Gaben … Er weht, wo er will. Er tut es auf unerwartete Weise, an unerwarteten Orten und in vorher nicht ausgedachten Formen … aber er zeigt uns auch, dass er auf den einen Leib hin und in der Einheit des einen Leibes wirkt.“ In diesem Zusammenhang gilt die Anweisung des Dekretes Presbyterorum ordinis: „Sie [die Priester] sollen die Geister prüfen, ob sie aus Gott sind, und die vielfältigen Charismen der Laien, schlichte und bedeutendere, mit Glaubenssinn aufspüren, freudig anerkennen und mit Sorgfalt hegen.“ Diese Gaben, die viele zu einem höheren geistlichen Leben drängen, können nicht nur den gläubigen Laien, sondern den Priestern selbst hilfreich sein. Aus dem Miteinander von geweihten Amtsträgern und Charismen kann nämlich „ein gesunder Impuls für ein neues Engagement der Kirche in der Verkündigung und im Zeugnis des Evangeliums der Hoffnung und der Liebe in allen Teilen der Welt“ entspringen. (Papst Benedikt XVI., Schreiben zum „Jahr des Priesters“, 16. Juni 2009)

Die Priestergemeinschaft setzt sich aus Diözesanpriestern zusammen. Diese erfüllen mit Liebe und Treue den Auftrag, der ihnen von ihrem Diözesanbischof übertragen worden ist, sei es in der Pfarrei, an der Universität oder in einer anderen Einrichtung. Damit verbunden bemühen sie sich, in der Nähe zu den Mitgliedern des Säkularinstituts deren Berufung als gottgeweihte Laien sowie ihr geistliches Leben insbesondere durch die häufige Verkündigung und Auslegung der Frohen Botschaft sowie durch die Spendung der Sakramente zu unterstützen. Mit ihnen zusammen setzen sich die Priester für ihre theologische Fortbildung und für die intellektuell-spirituelle Förderung der Zielgruppen des Instituts (Jugendliche, Ehen und Familien, Studenten und Seminaristen) im Geist ihrer ignatianisch-karmelitanischen Prägung ein. 

Was tun wir?

Ich denke, daß wir die drei grundlegenden Prioritäten kennen: es sind die drei Säulen unseres Priesterseins. Zuerst die Eucharistie, die Sakramente: die Eucharistie möglich und gegenwärtig machen, vor allem am Sonntag, soweit möglich für alle, und sie so zu feiern, daß sie wirklich der sichtbare Akt der Liebe des Herrn zu uns wird. Dann die Verkündigung des Wortes in all ihren Dimensionen: vom persönlichen Gespräch bis hin zur Predigt. Der dritte Punkt ist die »caritas «, die Liebe Christi: für die Leidenden da zu sein, für die Kleinen, die Kinder, die Menschen in Schwierigkeiten, für die Ausgegrenzten; wirklich die Liebe des Guten Hirten gegenwärtig zu machen. (Papst Benedikt XVI., Vigilfeier zum Abschluss des Priesterjahres, 11. Juni 2010)

Aus diesem Grund ist die Zeit, die wir in der Gegenwart Gottes im Gebet verbringen eine wahre pastorale Priorität und nicht etwas, das neben der pastoralen Arbeit steht. Vor dem Herrn zu stehen ist eine pastorale Priorität, letzten Endes die wichtigste. (Papst Benedikt XVI., Ansprache, 13. Mai 2005)

Gleichzeitig besteht ein wichtiges Ziel der Priestergemeinschaft darin, die eigenen priesterlichen Berufungen zu stärken und gegenseitige Unterstützung auf vielfältige Weise zu üben. Dazu finden in der Niederlassung der Cruzadas in der Regel monatliche Treffen zur mitbrüderlichen Begegnung, geistlichen Einkehr, Pflege des inneren Lebens und zum theologischen Austausch statt. Die menschliche und geistliche Verbundenheit sowie das tägliche Schöpfen aus den Quellen des Wortes Gottes und der Sakramente sollen helfen, mit Hingabe die priesterliche Berufung der Heiligkeit zum Lob Gottes und zum Segen der Kirche zu leben. 

Wie verstehen wir uns?

Es begleite euch Maria, die himmlische Mutter der Priester; sie, die unter dem Kreuz vereint ist mit dem Opfer ihres Sohnes und die nach der Auferstehung im Abendmahlssaal zusammen mit den Aposteln und den anderen Jüngern die Gabe des Geistes empfangen hat, möge euch und jedem von uns, liebe Mitbrüder im Priesteramt, helfen, uns von der Gnade Gottes innerlich verwandeln zu lassen. Nur so ist es möglich, getreue Abbilder des guten Hirten zu sein; nur so können wir mit Freude die Sendung erfüllen, die Herde zu kennen, zu führen und zu lieben, die Jesus sich um den Preis seines Blutes erworben hat. (Papst Benedikt XVI., Predigt 29. April 2007)

So verstehen sich die Cruzadas de Santa María und die Priester der Priestergemeinschaft „Pater Tomás Morales“ zusammen mit allen, die ihnen verbunden sind, als eine geistliche Familie der Jungfrau und Gottesmutter Maria, die Freude und Leid im Glauben und im Leben der Kirche und der Welt miteinander teilen und bereit sind, in Einheit mit dem kirchlichen Lehramt am Aufbau einer neuen „Zivilisation der Liebe“ durch ein Leben der Hingabe und der Heiligkeit mitzuwirken. 

Kontakt

Wer sich für die Priestergemeinschaft interessiert, kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen:

Über den Leiter der Priestergemeinschaft:

Prof. Dr. Christoph Ohly (Erzdiözese Köln)
81241 München / Email: christoph.ohly@t-online.de  
54290 Trier / Email: ohly@uni-trier.de 

Unsere Termine 2017 

...für Priester: 

15.-16. Januar 2017: Priestertreffen (Beginn: 18.30 Uhr; Haus St. Benedikt)
05.-11. März 2017: Ignatianische Exerzitien (Scheffau/Scheidegg im Allgäu)
07.-08. Mai 2017: Priestertreffen (Beginn: 18.30 Uhr; Haus St. Benedikt)
09.-10. Juli 2017: Priestertreffen (Beginn: 18.30 Uhr; Haus St. Benedikt)
15. Oktober 2017: P. Morales-Fest
12.-13. November 2017: Priestertreffen (Beginn: 18.30 Uhr; Haus St. Benedikt) 
 
...für Seminaristen: 

15. Januar 2017: Seminaristentreffen (Beginn: 17.00 Uhr; Haus St. Benedikt)
05.-11. März 2017: Ignatianische Exerzitien (Scheffau/Scheidegg im Allgäu)
07. Mai 2017: Seminaristentreffen (Beginn: 17.00 Uhr; Haus St. Benedikt)
09. Juli 2017: Seminaristentreffen (Beginn: 17.00 Uhr; Haus St. Benedikt)
15. Oktober 2017: P. Morales-Fest
12. November 2017: Seminaristentreffen (Beginn: 17.00 Uhr; Haus St. Benedikt)

Nähere Informationen zu den aktuellen Terminen unter Veranstaltungen München.